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1. Sozialkasse: Die Mitglieder der
Gemeinde in Ulyanovsk vor allem die Alleinerziehenden und Rentner leben häufig
in bitterster Armut. Es ist es ihnen z.B. nicht möglich, die Tickets für die
Nahverkehrsmittel zu kaufen, um den Gottesdienst zu besuchen, oder notwendige
Operationen im Krankenhaus können sie nicht bezahlen und Neuanschaffungen sind
nicht möglich. Immer wieder ist Hilfe der Gemeinde nötig. Hierfür gibt es die
Einrichtung einer Sozialkasse, die wir nach Möglichkeit unserer Spendeneingänge
unterstützen.
2. Suppenküche: Neben der Kirche im Stadtzentrum konnte
im Gebäude für Schulungs- und Jugendarbeit eine Suppenküche nach Überwindung
erheblicher administrativer Hemmnisse eingerichtet und im Juli 2001 eröffnet
werden. Hier werden täglich Mahlzeiten an die Ärmsten der Armen ausgegeben. Die
Bedürftigkeit wird durch das Sozialamt der Stadt, das Rote Kreuz und eigene
Recherchen festgestellt. Dieses große Projekt wurde durch Mittel aus einer
Erbschaft ermöglicht und für mindestens zehn Jahre gesichert. Aus diesem Fond
werden für die Neustadt auf dem östlichen Wolgaufer Mittel zur Verfügung
gestellt, mit denen Bons an Bedürftige weitergegeben werden. damit sie in einer
Mensa ein Mittagessen erhalten. Seit längerem suchen wir ein Gebäude, um dort
eine Nebenstelle der Suppenküche einzurichten.
3. Offene
Jugend- und Kinderarbeit:
Jugendarbeit unterliegt auch in Russland ständigen Änderungen der sozialen
und pädagogischen Bedingungen. Ein brennendes Problem stellt die zunehmende
Verwahrlosung von Jugendlichen dar. Sport treibende Mitglieder der Gemeinde
haben unter ihnen ein Aufgabenfeld entdeckt. Sie gehen auf die Bolz- und
Fußballplätze und knüpfen dort Kontakte zu den jungen Leuten. Die
traditionellen jährlichen Sommerlager, die wir finanziell unterstützen, nehmen
solche Kinder und Jugendliche von der Straße auf und bieten ihnen 10- oder 14-tägige
Erholungsaufenthalte bei Sport und Spiel und Unterweisung in christliche
Wertebindung durch Geschichten und Gespräche in verschiedenen Waldcamps. (Foto
rechts)
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4. Arbeit mit Drogenabhängigen: 2000 ist das Ehepaar
Schepilow mit zwei erwachsenen Söhnen von Odessa nach Uljanowsk zurückgekehrt.
Die ganze Familie drohte in der Drogenszene zu versinken. 10 Jahre waren sie
drogenabhängig, bis sie erweckte Christen wurden und in ihrem Glauben
Zuversicht, Zukunftsorientierung und Halt fanden und so - einer nach dem
anderen - von der Abhängigkeit an die Drogen befreit wurden. Sie sehen ihren
Auftrag, in der Drogenszene Ulyanovsk beratend und helfend tätig zu sein. Wir wissen aus
Deutschland, wie überzeugte Christen, die selbst aus der Drogenszene durch
ihren Glauben herausgefunden haben, die besten Therapeuten und Berater sind.
Sie begannen nach einer Ausbildung im September 2001 mit der Arbeit unter
Drogenabhängigen und ihren Angehörigen nach den Prinzipien der Anonymen
Alkoholiker.
Aus
Kontakten, die sich in der Szene für junge Leute rasch entwickeln, und aus
Sozialfällen, die in der Suppenküche bekannt waren, bildete sich 2001 sehr bald
eine konstante Arbeit mit 34, im Kern 16, Drogenabhängigen, von denen bei
unserem Besuch im Mai 2002 bereits 6 erklärten, von den Drogen lassen zu
können, allerdings unter größten Ängsten wieder abzurutschen. Inzwischen haben
mehrere von ihnen im christlichen Glauben Halt und Orientierung gefunden.
Das
Sozialamt beobachtet das Projekt, das wir der Leiterin im Mai 2002 vorstellten,
mit höchstem Interesse, da nichts Vergleichbares in der Stadt geschieht.
Inzwischen hat sich eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten einer Spezialklinik und
anderen Gruppen ergeben. Regelmäßige Sendungen in Rundfunk und Fernsehen können
gestaltet werden und stellen eine wichtige Prophylaxe dar
Einmal in der Woche - regelmäßig am Donnerstag - trifft sich die
Gruppe zum "meeting" nach dem Muster der Anonymen Alkoholiker, deren
Programm weltweit in der Arbeit mit Drogenabhängigen nur leicht verändert
angewandt wird und Hilfe zur Selbsthilfe in und durch die Gruppe
Gleichbetroffener bietet. Parallel zum "meeting" treffen sich die
Angehörigen mit den Eltern und 1-2 weiteren Mitarbeitern zum
Erfahrungsaustausch. Zur Unterbringung im dringenden Problemfall wurde ein Raum
angemietet und ausgestattet, damit Unterschlupf gewährt werden kann.
Wünschenswert wäre eine geschlossene Wohneinheit, doch dazu fehlen noch die
Mittel. Arbeitsvermittlung in kleinere Werkstätten von Mitgliedern der Gemeinde
wird angeboten, aber nur in geringem Maße angenommen.
5. Arbeit in
den Gefängnissen: Schon immer liegt in der Arbeit unter den Strafgefangenen
ein Schwerpunkt der Arbeit der Gemeinde, sofern die Gefängnisleitungen es
gestatten. So konnten wir 1993 und 1994 ein Gefängnis besuchen und diese Arbeit
unter den Gefangenen in Vortrag und Diskussion, begleitet durch Gesang
unterstützen. Pausen und Abschnitte, in denen diese Arbeit wieder gewünscht
war, wechselten sich ab. Seit 2006 hat sich ein Ehepaar aus der Ukraine
vollamtlich dieser Arbeit angenommen, unterstützt durch eine Reihe von
Mitarbeitern.
Die Gefängnisleitung führte uns in die Situation ein. Es ist erstaunlich,
wie durch die Annahme der christlichen Botschaft im Gefängnis Menschen sich
grundsätzlich ändern und neu werden. (Foto rechts) Sie öffnen sich den
Resozialisierungsmaß- nahmen und werden durch verändertes Wesen und gute Führung
vorzeitig entlassen. Einige haben sich der Gemeinde angeschlossen. In einem
Falle ist es bereits zur Eheschließung mit einer jungen Frau aus der Gemeinde gekommen. Der
Resozialisie- rungsprozess und die Integration sind also gut gelungen.
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6. Christliche
Wertevermittlung in den Dörfern: Im Frühjahr 2001 haben zwei Mitarbeiter in
Samara eine Sonderausbildung abgeschlossen und sich für die Information und
Schulung der Landbevölkerung in christlicher Werteorientierung bereiterklärt.
Für sie konnten wir ein Fahrzeug anschaffen und unterstützen sie auch
materiell, soweit es die Kräfte zulassen. Es sind bereits mehrere feste
Lerngruppen entstanden. Diese Arbeit nimmt einen hoffnungsvollen Aufschwung.
Die Fortbildung an der Bibelschule in Samara wir zunehmend in Anspruch
genommen 2007 haben aus der Gemeinde 10 Männer –Rentner und Arbeitslose - in
der Woche nach Pfingsten ein solches Seminar besucht. Arbeitslosigkeit wird
nicht als persönlich-soziales Problem aufgefasst, sondern als Chance, die Gott
bietet, sich für den Dienst in der Gemeinde fortzubilden
7. Christliche Wertevermittlung durch Gemälde: Ein Maler aus der Gemeinde hat mit unserer
Unterstützung die Materialien einkaufen können, mit denen er Bilder zu
biblischen Geschichten gemalt hat. Diese werden genutzt, um in der
Öffentlichkeit die Menschen mit der Christlichen Botschaft bekannt zu machen,
dass Gott uns in Christus versöhnt hat und uns zu einem Leben der Liebe und
Mitmenschlichkeit ruft.
Alle Projekte
werden mit Energie, großer Fantasie und viel Liebe von einer Gemeinde getragen,
die bei aller Bedrängnis durch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Not
fröhlich ihren Glauben lebt und ihre Verantwortung für ihre Stadt wahrnimmt
(Jeremia 29,7 "Suchet der Stadt Bestes!"). In großer Dankbarkeit
feierten wir am 29.6.2008 mit 16 Bürgern aus Krefeld den 90. Geburtstag der
Gemeinde, einer alten Dame vom Alter, aber in jugendlicher Frische,
Ideenreichtum, Kraft und Lebendigkeit, als auch Engagement betreffend. (Fotos
rechts).
Für die Krefelder Gemeinde ist diese Partnerschaft eine
Herausforderung und ein Vorbild, dass durch den Glauben an Jesus Christus Dinge
in Bewegung geraten, die man für zementiert und deren Veränderung man für unmöglich
gehalten hat. Öffentliche Anerkennung fand unsere Arbeit mehrfach durch das
Deutsch-Russische-Forum.
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Die
Unterhaltung der Projekte und die Schulung der Mitarbeiter erfordert aber
erhebliche finanzielle Mittel. Einer Förderung durch die Krefelder
Baptistengemeinde sind Grenzen gesetzt. Deshalb sind wir auf Spenden
angewiesen: unsere Kontonummer: 125 678 017 bei der Volksbank Krefeld BLZ 320
603 62 Stichwort: Ulyanovsk, Vermittler: Evang. Freikl. Gem. (Baptisten) im
BEFG KdöR Seidenstr.43 47799 Krefeld. Spendenbescheinigungen nach
gemeinnützi- ger oder mildtätiger Zuordnung sind je nach Projekt
selbstverständlich
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Bilder
und Text: Klaus Schilbach
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