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Der besondere
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Besuch aus Ulyanovsk vom 17.6. bis zum 2.7. 2009

Es waren 15 ereignisreiche, spannende Tage die wir – die Mitglieder der Baptistengemeinde in Krefeld und Freunde von uns - vom 17.6. bis 2.7.2009 mit unseren Gästen aus Ulyanovsk verbrachten. Juri Saweljew und sein Sohn Dima von der Gemeinde der EvangeliumsChristen-Baptisten besuchten uns zusammen mit Sergei Tschurkin, dem Dolmetscher, Journalisten und Dozenten für deutsche Sprache an der Staatsuniversität Uljanovsk. (Foto 1 von links: Sohn Dima, Juri Saweljew, Sergei Tschurkin)

Zum ersten Mal nutzten wir das neue Abkommen über vereinfachte Visaerteilung im Rahmen von städtepartnerschaftli-
chen Begegnungen, denn unsere Partnerschaft mit den Baptisten in Ulyanovsk vollzieht sich seit 1993 als Teil der offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Krefeld und der Stadt Lenins an der Mittelwolga. Hatten wir gedacht, die Visaerteilung sei nun schneller und weniger kompliziert, so war das weit gefehlt. Gegen alle Bestimmungen wurden ständig neue Papiere gefordert. so verlangte die Visastelle der Deutschen Botschaft „den Nachweis der Existenz eines Vereins „Baptisten“, obgleich die Einladung mit amtlichem Briefbogen das Siegel der Gemeinde mit Hinweis auf die Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) und die Unterstützung der Stadt durch Siegel und Unterschrift des Oberbürgermeister trug oder auch Arbeits- und Gehaltsbescheini-
gungen usw. Man kann unseren Behördenvertretern offensichtlich nur immer wieder Ahnungslosigkeit bescheinigen, die aber das Leben unnötig erschwert und belastet und starke Nerven verlangt. Bis zum Schluss wussten wir nicht, ob die Visa wirklich erteilt worden waren, denn noch am Düsseldorfer Flughafen wurden die Gäste zurückgehalten, bis geklärt war, dass eine kleine Delegation von Bürgern auch ohne Bürgermeister eine städtepartnerschaftliche Funktion haben kann. Das Empfangskomitee aber wartete draußen voller Bangen und aufkommenden Zweifeln. Wie glücklich aber strahlten wir, als endlich die längst verwaisten Schiebetüren sich öffneten und unsere 3 Gäste erschienen.

Uns alle erwartete ein intensives Begegnungsprogramm, denn es geht uns ja darum, dass nach und nach alle 2 Jahre andere Bürger von Ulyanovsk und andere Mitglieder der Baptistenge-
meinde unsere Stadt und unser Land, unsere Gemeinde und die Verhältnisse, in denen wir leben, kennenlernen und so die Partnerschaft vertieft und gestärkt wird. Mehrere Grillabende mit unterschiedlichen Personen, eine große Gartenparty (Foto2) zu einem Geburtstag, und etliche Einladungen zum Essen waren eher individuelle Anstöße von engagierten Mitarbeitern der Gemeinde.(Fotos 3+4) Dazu kamen Unternehmungen aus dem ganz normalen Gemeindeleben: eine Fahrradtour (Fotos 5+6) rund um Schloss Neersen und entlang der Niers mit der Gemeinde-Radgruppe, eine Traisinenfahrt des 55plus-Clubs (Foto7) auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke von Kranenburg nach Holland und zurück per Auto längs der Maas, Besuch der monatlichen
  Frauenstunde und Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst. Ein besonderes Fest war dabei die große ganztägige Einführungsfeier unseres neuen Pastors Frank Stechert und seiner Frau Claudia und eine Woche vorher die feierliche Entlassung unserer Enkelgemeinde Viersen-Dülken in die Selbständigkeit.

Ein Empfang bei der Stadt Krefeld (Fotos 8+9) führte unsere Gäste ein in das demokratische Verwaltungssystem einer deutschen Großstadt. Mit den Freikarten der Stadt besuchten wir den Zoo und das Kleinod Krefelds, den Stadtteil Linn, eine alte kurkölnische Stadt mit Burgruine (Fotos 10+11) und Museen mit sehenswerten Sammlungen aus der Krefelder Blütezeit als Stadt von Samt- und Seide in mennonitischer Vorherrschaft sowie den Funden aus den Ausgrabungen des römischen Kastells Gelduba und seines Gräberfeldes. Nicht fehlen durfte die  Erfahrung einer Fährfahrt über den Rhein nach Kaiserswerth, einer strategisch günstigen ehemaligen Rheininsel mit der alten Kaiserpfalz und der spätromanischen Suitbertus-Basilika, gewidmet dem angelsächsischen Missionar des Niederrheins aus dem 7./8.Jahrhundert. Ebenso obligatorisch war eine Bahnfahrt nach Köln zum Besuch des Doms (Foto 12) und der Mittagsandacht dort und einiger romanischer Kirchen sowie einem Bummel durch die Einkaufsstraßen.

Der wohl absolute Höhepunkt des Besuchs unserer Gäste war für sie eine 3-tägige Fahrt nach Bad Ems an die Lahn,( Fotos 13+14) dem Badeort der russischen Zaren aus dem Hause Romanow (Foto 15) und der deutschen Kaiser aus dem Hause Hohenzollern mit Abstechern zur Lorelei (Foto16) und der Fahrt durch die Burgenlandschaft des Mittelrheins, des Unesco-Weltkulturerbes, einem Besuch von Koblenz und der Fahrt durchs Moseltal und die Hocheifel nach Hause zurück.

„Wir waren im Paradies“, das waren ihre wiederholten Worte bei der Verabschiedung (Fotos 17+18) am 2.7. auf dem Düsseldorfer Flughafen. „Wir werden es schwer haben, uns zu Hause wieder einzugewöhnen in unsere so ganz anderen Welt, aber Gott hat uns dort hineingestellt und dort leben wir zeugnishaft in der Nachfolge Christi.“ In dieser Aufgabe, von Gott gegeben, gehen unsere Geschwister auf. Daraus erwächst auch ihre große Glaubenszuversicht, die sie ihr sehr belastetes,eingeschränktes Leben bewältigen lässt. Uns zum Vorbild und zur Ermutigung, die wir so schnell klagend resignieren.

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 Text und Fotos:
Klaus Schilbach

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