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Die Mädchenschule in Maroua (Kamerun/Afrika)
 

Die finanzielle Situation für viele Menschen in Kamerun ist sehr schwierig. Die meisten arbeitsfähigen Erwachsenen schlagen sich ohne Anstellung durch und sind häufig ohne jede Ausbildung. Der eine nimmt Leute mit dem Moped mit. Der andere repariert Kühlschränke. Mädchen haben es in Kamerun besonders schwer. Die wenigsten haben eine Schule besucht. 85% besitzen keine Ausbildung. Die knappen Mittel für Schule und Bildung erhalten in der Regel nur Jungen. Damit ihre Familien ernährt werden können, werden Frauen erfinderisch: Sie verkaufen Kekse, Erdnüsse und gelegentlich auch ihren Körper. Es bleibt bei lebenslanger Abhängigkeit und Armut.

 

Der Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden hat eine Mädchenschule im Norden Kameruns eröffnet. Kerstin Heller, ein Mitglied aus unserer Gemeinde, war viele Jahre Vorort, um beim Aufbau der Schule in Maroua zu helfen. Maroua ist eine Stadt mit etwa 150.000 Einwohnern. Die Temperaturen sind für unsere Verhältnisse unvorstellbar hoch und verlangten Kerstin viel ab. Die Bevölkerung ist arm. 95% sind Moslems und Polygamie ist weit verbreitet. Die gesamte Haushaltsarbeit obliegt den Frauen, auch wenn sie dort sehr mühsam und aufwendig ist. Für das Projekt Mädchenschule wurde Kerstin unterstützt von Catherine, einer Einheimischen, die in Deutschland studiert hat und die heute immer noch Leiterin dieser Schule ist.

Wer darf in der neuen Schule lernen? Mädchen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren aus Familien von Christen, Moslems und Animisten. Die Ausbildung ist nicht kostenlos, auch wenn viele Familien Probleme mit Schulgeld haben. Der Jahresbetrag für die Schule beträgt umgerechnet 30 Euro. Darin ist auch die Unterbringung im Internat enthalten. Familien, für die dieser Betrag zu hoch ist, können mit Naturalien zahlen. [Hier von Deutschland aus Patenschaften zu übernehmen ist nicht sinnvoll.] Eine Ausbildung, die die Mädchen nichts kostet, ist wenig (nichts) wert. Eine Eingangsprüfung stellt sicher, dass die Mädchen Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben mitbringen.

Was lernen die Mädchen in 2 Jahren? Als erstes: Praktisch Schneidern. Die Nähmaschinen wurden vor Ort gekauft zum Stückpreis von etwa 120 Euro. (Zum Vergleich: 50 Euro sind dort ein gutes Monatsgehalt.) Es handelt sich um chinesische Modelle mit Fußbetrieb. Die Maschinen sind robust und Ersatzteile sind im Ort erhältlich. Damit die Mädchen, sich nach der Ausbildung eine solche Maschine kaufen und sich als Schneiderinnen betätigen, wird auch darauf geachtet

  • dass sich mehrere Mädchen zusammentun;
  • dass während der Ausbildungszeit in einen Sparfond eingezahlt wird,
  • dass weitere Hilfen und Unterstützungen erschlossen werden.

Nebenher werden sie in allgemeinbildenden Fächern unterrichtet: französisch (Amtssprache), Rechnen/
Wirtschaften, Hygiene, Agrarwirtschaft, Religion. Außerdem sind Andachten und Bibel-Camps im Schulprogramm enthalten (übernimmt der Pastor der Baptistengemeinde). An die 2-jährige Ausbildung schließt sich ein betreutes Praktikum an.

Hier einige Fotos, die einen Einblick in die Arbeit von
Kerstin Heller geben:
 

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HIER ein Bericht vom 10jährigen Geburtstag der Mädchenschule
„Saare Tabitha“ in Maroua/Kamerun

 

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