Jetzt
hatte ich auch endlich Zeit für ausführlichere Gespräche mit ehemaligen
Schülerinnen. Stattliche junge Frauen,
denen die Ausbildung geholfen hat, zu dem zu werden, was sie heute sind! Es war sehr ermutigend sie
wiederzusehen und ihre Geschichten zu hören, vor allem auch, wie sie immer
wieder ihren Dank ausdrückten. Beispielhaft möchte ich gerne eine Geschichte
ausführlich beschreiben.
Dazu ein kurzer Rückblick:
September 2000 …. an einem sehr heißen Samstag steht eine junge Frau vor
meiner Tür. Schweißgebadet, aber strahlend! Sie erzählte, dass sie 6 km auf
ihren Krücken gelaufen ist, um sich für die neue Schule anzumelden. Sie
schilderte ihre Situation: durch eine Erkrankung wurde ihr als Kind ein Bein
amputiert. Da ihre Eltern am Stadtrand wohnten und kein Geld hatten, täglich
Fahrten mit dem Moto-Taxi (umgerechnet etwa 0,60 €) zu bezahlen, saß sie
seitdem zu Hause und betete, dass Gott ihr hilft! Als sie von der neuen
Mädchenschule hörte, die in unmittelbarer Nähe von dem Hof ihrer Eltern
entstehen sollte, war sie überglücklich und dankbar für ihre persönliche
Gebetserhörung.
Ich werde dieses strahlende Gesicht wohl nie vergessen
und ich weiß noch, dass mir damals der Gedanke durch den Kopf schoss „auch wenn
sie die einzige Schülerin ist, hat sich jeder Aufwand gelohnt!“. Als Asta drei
Jahre später die Ausbildung beendete und mich zu der Eröffnung ihres Ateliers
einlud, staunte ich ein weiteres Mal über den Mut und Ehrgeiz dieser jungen
Frau!
Seit Schulbeginn vor 10
Jahren wurden mittlerweile fast 300 junge Frauen ausgebildet und, da die Schule
z.Zt. aus allen Nähten platzt, werden derzeit weitere Wohnhütten und
Unterrichtsräume gebaut. Die Schule hat nicht nur in der Region, sondern auch
darüber hinaus einen so guten Ruf, dass sie schon mehrere Auszeichnungen
erhalten hat.
Einen herzlichen Dank
nochmals an alle, die durch Gebet oder finanzielle Zuwendungen dazu beigetragen
haben und auch in der Zukunft die Schule unterstützen!
Ein Tag nach dem Fest saßen
wir dann schon wieder im Flugzeug. Viel Zeit zum Nachsinnen über die
vergangenen Jahre blieb jedoch nicht, da mit dem Rückflug auch mein
Hochzeitstermin näher rückte und mir nur noch zwei Wochen blieben, um die
letzten Vorbereitungen zu treffen!
„Befiehl dem Herrn deine Wege und vertrau auf ihn, und er wird
handeln“. (Ps. 37,5)
Herzliche Grüße
Kerstin
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