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Hier hängt der „Himmel“ nicht voller Geigen!

Nein, wer in den Fernsehstudios des WDR nach oben guckt, blickt in einen “Wald“ von Scheinwerfern. Die Mitglieder der „55 plus“-Gruppe, die am 19. November nach Köln zum WDR gefahren sind, konnten bei einer knapp zweistündigen, kurzweiligen Führung einmal hinter die Türen schauen. Nach einer kurzen Einführung durch einen Film führte uns ein kundiger Student durch einen Teil der Gebäude über lange Flure (aneinan-

dergereiht sollen es ca. 16 km sein), treppauf, treppab in zwei Fernseh- und ein Rundfunkstudio. Dort wurden gerade keine Aufzeichnungen hergestellt, sodass wir die Technik wie auch die Kulissen von ganz nahe sehen konnten. Alles im Detail wiederzugeben würde den Rahmen sprengen, zumal die Flut an Informationen überwältigend war. Zum Glück haben einige Mitbesucher fotografiert, um einen Teil des Gesehenen festzuhalten.um Glück haben einige Mitbesucher fotografiert, um einen Teil des Gesehenen festzuhalten.

Beeindruckend waren einige Zahlen; der WDR hat 4.500 feste Mitarbeiter und zusätzlich weltweit 17.500 freie Mitarbeiter. Zu den festen Mitarbeitern gehören nicht nur die Mitglieder der vier Orchester des WDR, sondern auch viele Handwerker (z. B. Elektriker, Schreiner), Kraftfahrer, Maskenbildner, Licht- und Tontechniker, Kameraleute. Kurz all die Menschen, die man nie im Bild sieht, ohne die es aber kein Fernsehen gäbe. So bildet der WDR auch in rund 35 Berufen aus!

Neben seinem Hauptsitz in Köln hat der WDR noch Lokalredaktionen in ganz NRW, so in Düsseldorf, Duisburg und selbst in Bielefeld. Da er aufgrund der Bevölkerungsdichte seines Sendegebietes den größten Anteil der GEZ-Gebühren erzielt, hat er auch den größten Anteil an Sendungen (ca. 25 %) der ARD
(7 Sendeanstalten). Die bekannteste ist wohl die Sportschau. Sie wird aus einem Studio in Köln gesendet, welches wir uns anschauen konnten. Überraschend war für uns, dass diese Studios verhältnismäßig klein sind. So saßen wir 25 Besucher in den Stuhlreihen des Studios, in dem „Hart aber fair“ produziert wird, und füllten diese schon fast zur Hälfte aus.

Warum so viele Scheinwerfer an der Decke hingen erklärt sich dadurch, dass zusätzlich zur Raumbeleuchtung die Moderatoren und Gesprächspartner jeweils von mindestens drei Lampen zentimetergenau „ausgeleuchtet“ werden, damit in ihren Gesichtern keine Schatten entstehen. Dies wird von Hand durchgeführt, sodass eigentlich nahezu jede Sendung vorher einmal „trocken“ durchgespielt wird. Gäste, die dann natürlich noch nicht anwesend sind, werden durch Studenten gleicher Größe ersetzt, damit nachher alles stimmt. Am Boden werden Markierungen angebracht, auf die sich die entsprechenden Personen später genau stellen müssen. Neben diesem und vielem anderen wurde uns auch erklärt, wie ein sog. „Teleprompter“ funktioniert, mit dem die Sprecher Texte „frei“ vortragen können, ohne auf Notizen schauen zu müssen. Wer es auch wissen will, frage jemanden aus unserer Gruppe!

Beeindruckend war auch der Aufenthalt im Hörfunkstudio, in welchem Hörspiele produziert werden. Unterschiedliche Bodenbeläge, Treppen aus Stein, Holz und Metall helfen dabei, einen echten “Raumklang“ zu schaffen. Ein zweiter Teil des Studios mit besonders konstruierten Wänden erzeugt die Illusion, man sei im Freien. Einige Klang-Vorführungen zeigten, wie realistisch das alles klingt.

Nach all diesen Wegen und Eindrücken waren wir froh, uns in einem nahe gelegenen Café ausruhen und stärken zu können und das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten.

Auch der letzte Ausflug dieses Kalenderjahres wurde wieder präzise vorbereitet, wofür wir Gudrun & Jürgen Schönfisch danken. Dankbar sind wir auch unserem HERRN, dass auch diesmal niemand zu Schaden gekommen ist!

Klaus Rütten
Fotos: Christoph Irmisch / Klaus Schilbach

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