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Am 5.März nachmittags besuchte die Gruppe 55 plus mit 29 Teilnehmern das Druck- und Verlagshaus der Rheinischen Post in Düsseldorf-Heerdt. Alle waren in bewährter Weise in PKW-Fahrgemeinschaften gekommen.

Zunächst wurde uns ein Film gezeigt, der etwas plakativ und nur schlaglichtartig die Rheinische Post als überregional und über die gedruckte Tageszeitung hinaus tätigen Medienkonzern vorstellte.

Bei Kaffee und Keksen gab uns anschließend eine kompetente junge Journalistin genaueren Einblick in die Arbeit der Tageszeitung. Unsere vielen Fragen – von der journalistisch-redaktionellen Arbeit bis zu Produktion und Vertrieb – beantwortete sie offen, anschaulich und aufschlussreich. Ein paar interessante Fakten: 

Sehr fachkompetent und aufgelockert  wurden wir in das Thema "Eine Zeitung entsteht" eingeführt.

  • Die Zeitung wurde 1945 gegründet und gehört 3 Familien.
  • Neben etwa 2000 festen Mitarbeitern gibt es auch viele freie Mitarbeiter, die bei Neuigkeiten an den Ort des Geschehens geschickt werden und von dort ihre Berichte und Fotos auf elektronischem Weg direkt an die Redaktion liefern.
  • Der Arbeitstag der Redaktion beginnt um 10 Uhr mit einer Besprechung, in der vorläufig festgelegt wird, über welche Themen auf der Titelseite und den anderen Seiten in welcher Gewichtung berichtet werden soll. Zum Abschluss des Arbeitstages gibt es wieder eine Besprechung, in der diskutiert wird, wie gelungen die Zeitung ist. Redaktionsschluss ist um 22.30 Uhr. Danach beginnt der Druck. Fußballergebnisse können noch danach eingebaut werden, allerdings nicht mehr in die ins Ausland gelieferten Exemplare.
  • Ohne die Einnahmen aus Anzeigen und Werbung würde jede Zeitung 3,- Euro kosten.
  • Das Papier für die Zeitung wird in riesigen Rollen angeliefert, von denen jede 1,2 Tonnen wiegt. Täglich werden etwa 100 verbraucht. Zu 90 % besteht das Papier aus Altpapier.
  • Zur Auslastung der Maschinen werden in den Räumen der Rheinischen Post noch kostenlose Blätter und Werbung ausgedruckt.
  • Neben der uns bekannten Ausgabe auf Papier gibt es eine elektronische Ausgabe, die wegen der Anzeigen von besonderem Interesse ist. Für die Bezieher der Zeitung kostet sie  monatlich 5,- € zusätzlich.

Mit diesem Oldtimer wurde bis
in die 80.ziger Jahre gedruckt

Vorbei an einer alten Zeilenguss-Setzmaschine (Linotype), die noch bis Anfang der achtziger Jahre im Einsatz war, ging es in die riesigen Maschinenhallen. Allein die Druckmaschine hat die Größe von 3 Einfamilienhäusern (!). Wir sahen, dass alle Arbeitsabläufe maschinell erfolgen und konnten beobachten, wie die Papierrollen von Robotern herangefahren wurden. Wir erlebten schon an diesem Donnerstagnachmittag den Druck der Samstagsbeilage.

Die bedruckten Blätter werden im atemberaubenden Tempo von 50 km/h weitertransportiert automatisch gefaltet und zusammengefügt. Die gefalteten Exemplare sahen wir an riesigen Laufbändern über die gesamte Hallendecke weiterlaufen. Die Werbung wird dabei in die nach oben offenen Exemplare vollautomatisch eingelegt, automatisch erfolgt auch die stapelweise Zusammenfassung und Ablage auf Paletten. Erst beim Transport der Paletten per Gabelstapler kommt wieder Menschenarbeit zum Einsatz.
 

Beeindruckend, dass nur 5 Minuten für die Produktion eines Zeitungsexemplars – vom Druckbeginn bis zur Ablage auf der Palette – benötigt werden.

Nach dieser Besichtigung werden wohl viele ihre Tageszeitung mit veränderten Assoziationen in die Hand nehmen.

Das war ein interessanter Nachmittag, der auch durch den Regen nicht beeinträchtigt wurde.

Siegfried und Gesine Scheider

Im Hintegrund ein kleiner Teil der heutige Druckanlage der RP

 

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